Bayern

Bayern legt den Fokus auf die Stärkung und Weiterentwicklung der Partizipation von Kindern und Jugendlichen. Partizipation einschließlich der Stärkung von Eigenverantwortung junger Menschen ist eine ressortübergreifende und gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe, an der Kinder und Jugendliche unmittelbar beteiligt werden sollen. Daher wurde Anfang 2022 ein ressortübergreifendes Gesamtkonzept zur Stärkung der Partizipation von Kindern und Jugendlichen veröffentlicht (im Einzelnen siehe auch Gesamtkonzept unter partizipation.bayern.de).

Ziel des bereichs- und ressortübergreifenden Gesamtkonzepts der Bayerischen Staatsregierung ist es, auf Landesebene unterstützende Impulse zur Stärkung und Weiterentwicklung der Partizipation von jungen Menschen in allen für sie relevanten Lebensbereichen und Entscheidungsprozessen zu geben.

Insbesondere soll das gesamtgesellschaftliche Bewusstsein weiter geschärft werden, der strukturelle Austausch mit der jungen Generation gefördert und Strukturen auf Landesebene weiter vernetzt und verankert werden.

Die weitere Stärkung der Partizipation von Kindern und Jugendlichen sowie die bedarfsgerechte Weiterentwicklung von Partizipationskonzepten ist dem Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (StMAS) ein ganz besonderes Anliegen und wird ressortübergreifend und gemeinsam mit der Praxis als Daueraufgabe höchster Priorität wahrgenommen.

Wichtige aktuelle Schwerpunkte und neue Impulse auf Landesebene in diesem Sinne, die sich aktuell in der Umsetzung befinden, sind insbesondere:

Partizipationswebseite der Staatsregierung

Eine bereichsübergreifende Partizipationswebsite informiert rund um das Thema Partizipation von Kindern und Jugendlichen und soll vor allem junge Menschen motivieren, sich aktiv in ihren unterschiedlichen Lebensbereichen einzubringen (Freischaltung war im Mai 2022; aktuell befindet sich die Website in der 3. Ausbaustufe).

Landesweite Austauschformate

Als gute Austauschformate haben sich Jugendpolitiktage (s. u.) und Kinder- und Jugendkonferenzen bewährt, die gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen aus den unterschiedlichen Bereichen durchgeführt werden.

Bayerischer Aktionsplan Jugend

Der StMAS-Aktionsplan Jugend mit seinen fünf Handlungsfeldern (1. Dialog mit der Jugend intensiveren, 2. Öffentliche Plattformen für Jugendanliegen schaffen, 3. Jugendthemen vor Ort weiterentwickeln, 4. Außerschulische Demokratiebildung stärken, 5. Fachkräfte und Ehrenamtliche unterstützen) wurde in 2019 etabliert und intensiv weiterentwickelt.

Ziele sind insbesondere, die Meinungsbildung junger Menschen zu fördern, in den verstärkten Dialog mit der Jugend zu treten und so junge Menschen wertzuschätzen. Mit dem Aktionsplan wurden bereits viele Maßnahmen zur Stärkung der Jugendbeteiligung auf den Weg gebracht. Beispielhaft seien an dieser Stelle genannt:

  • Etablierung der Bayerischen Jugendpolitiktage-Veranstaltungsreihe „Jugend im Gespräch mit…!“, welche im Juni 2022 erstmals im StMAS stattgefunden haben.
  • Projekt „Jugend gemeinsam für Europa“ (2022 und 2023): Mit dem Ziel einer digitalen, repräsentativen Bürgerbeteiligung junger Menschen zwischen 15 bis 27 Jahren in den Grenzregionen Deutschlands und der Tschechischen Republik, durchgeführt von der Initiative Offene Gesellschaft e.V.
  • Verstetigung des Modellprojekts „Digitale Streetworker“ beim Bayerischen Jugendring als niedrigschwelliges, anonymes und kostenfreies Gesprächs-, Beratungs- und Beziehungsangebot für junge Menschen im Netz.

Weitere Informationen sind unter www.aktionsplan-jugend.bayern.de zu finden.

Bayerische Fach- und Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung

Verstetigung der „Fach- und Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung“ beim Bayerischen Jugendring als zentrale Anlaufstelle für Kinder- und Jugendbeteiligung in Bayern. Angeboten wird u. a. Beratung von Kommunen, kollegialer Austausch für Fachkräfte, Qualifizierung von Politik, Verwaltung und Fachkräften und weiteres.

Stärkung der Vertretungsstrukturen von Kindern und Jugendlichen

  • Aufbauend auf den bereits vorhandenen unmittelbaren Vertretungsstrukturen auf Landesebene (z. B. Landesheimrat) werden diese weiterentwickelt. Beispielhaft sei hier der Landesheimrat genannt: Für den Bereich der stationären Jugendhilfe wurde 2013 ein mit Landesmitteln geförderter Landesheimrat Bayern mit einer unterstützenden Geschäftsführung auf Landesebene (Bay. Landesjugendamt) sowie einem von den jungen Menschen gewählten Fachbeirat aus den Reihen des pädagogischen Personals etabliert. Zuletzt wurde die strukturelle Vertretung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung etabliert. In diesem Zusammenhang wurde das Konzept des Landesheimrats Bayern auch auf Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der Behindertenhilfe erweitert. Für die aktuelle Amtsperiode waren alle jungen Menschen in stationären Einrichtungen der Jugend- und Behindertenhilfe wahlberechtigt und konnten auch entsprechend kandidieren. Der Landesheimrat ist seit 2023 außerdem im Bayerischen Landesjugendhilfeausschuss vertreten. Die fachliche Begleitung wird auf Landesebene sichergestellt.
  • Stärkung der außerschulischen Demokratiebildung für junge Menschen unter dem Motto „Mach mit – für deine Demokratie“: Weitere Etablierung des „Bayerischen Tag der Jugend in Europa“ als Partizipationsformat auf europäischer Ebene. 2024 fand dieser bereits zum 7. Mal statt.
  • Projekt „Demokratiebudget“ im Jahr 2024: Mit einem Mittelvolumen von gut 2,5 Millionen Euro wurden innovative Veranstaltungen zur Demokratiebildung junger Menschen vor Ort ermöglicht. Die Mittel wurden über den Bayerischen Jugendring an die Stadt-, Kreis- und Bezirksjugendringe verteilt.
  • Zukunftsdialoge in Kooperation mit dem JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis: Austausch mit jungen Menschen über ihre Themen und potentielle Zukunftskompetenzen (Juli 2024 in Bayreuth, November 2024 in Weilheim)
  • „Fest der Demokratie“: am 01.06.2024 gemeinsam mit dem „Haus der Bayerischen Geschichte“ in Regensburg

Ausführlichere Informationen sind unter www.partizipation.bayern.de zu erhalten.

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