BundesJugendKonferenz 2024
Politik für, mit und von Jugend
Vom 24. bis 26. Mai 2024 ging die BundesJugendKonferenz (BuJuKo) in die dritte Runde. Mit dabei: 200 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 27 Jahren. Ihr Ziel: mit anderen jungen Menschen ins Gespräch kommen, über jugendpolitische Themen diskutieren und die eigenen Perspektiven zum Themenfeld Beteiligung einbringen.
Das Format findet alle zwei Jahre statt. Die BuJuKo24 stand dabei im Zeichen des Nationalen Aktionsplans für Kinder- und Jugendbeteiligung.
Auf dem GLS Campus Berlin wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten: Workshops, Diskussionen mit Vertretungen aus Politik und Zivilgesellschaft und eine tolle Abendgestaltung. Als besonderes Highlight waren alle Teilnehmenden am Sonntag ins Tipi am Kanzleramt eingeladen. Im Rahmen des Demokratiefestes „75 Jahre Grundgesetz“ konnten sie dort direkt mit Bundesjugendministerin Lisa Paus ins Gespräch kommen.
Das waren die Workshops!
Auf der BuJuKo24 wurde in 11 Workshops eine breite Palette von Themen diskutiert. Damit die hierbei entstandenen Ergebnisse in den Nationalen Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung – in die Abschlussdokumentation – einfließen können, wurde die Veranstaltung ausführlich dokumentiert. Zu jedem Workshop ist ein umfangreiches Protokoll entstanden. So gehen keine Überlegungen und Vorschläge verloren!
Du möchtest mehr wissen? Hier kannst Du nachlesen, was besprochen wurde und welche zentralen Ideen und Empfehlungen in den Workshops entwickelt und zusammengetragen wurden.
In diesem Workshop drehte sich alles um Kreativität, aha-Momente und freies Denken. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, welche Formate der Jugendbeteiligung es auf Bundesebene außer Jugendkonferenzen, -gremien und -umfragen noch geben könnte, um mit jungen Menschen in Kontakt zu kommen und ihre Perspektiven einzuholen.
Empfehlungen aus dem Workshop
Pro Bundesministerium sollte es eine feste Ansprechperson beziehungsweise Anlaufstelle für junge Menschen und ihre Vorschläge geben.
Es könnte eine App entwickelt werden, die es Jugendlichen ermöglicht, politische Anliegen direkt einzureichen. Die Vorschläge könnten mittels der App ausgewählt und bewertet werden. Ein Jury-Team aus zufällig ausgewählten Jugendlichen würde die Vorschläge prüfen, bevor sie an die zuständigen Ministerien weitergeleitet werden.
Es wird empfohlen, dass Politikerinnen und Politiker jeden Monat einen Tag mit jungen Menschen verbringen, um Barrieren abzubauen, mehr Verständnis für deren Lebenswelt zu bekommen und um stärker auf Augenhöhe zu kommunizieren.
Vorgeschlagen wurde, ein „Bundesjugendparlament“ als zentrales Beteiligungsformat aufzubauen. Das „Bundesjugendparlament“ sollte einmal im Quartal im Reichstagsgebäude zusammenkommen und von jungen Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren gewählt werden.
Bestehende Jugendgremien könnten auf kommunaler, Landes- und Bundesebene zu einem zusammenhängenden Verbund der Jugendbeteiligung auf nationaler Ebene zusammengefasst werden.
Beteiligungsformate müssen gemeinsam mit der Zielgruppe kritisch überprüft beziehungsweise evaluiert werden, um sie weiterzuentwickeln und zu stärken. Doch welche Angebote und Methoden gibt es, um junge Menschen bei der Überprüfung zu beteiligen? In dem Workshop wurden Good-Practice-Beispiele in den Blick genommen, Hürden und Herausforderungen diskutiert und geschaut, welche Ansätze besonders geeignet sind, um Beteiligungsprozesse (auf Bundesebene) partizipativ zu evaluieren.
Empfehlungen aus dem Workshop
Damit Jugendbeteiligungsformate besser werden, muss Evaluation von, mit und für Jugendliche umgesetzt werden. Dies könnte zum Beispiel eine Verpflichtung für geförderte Jugendbeteiligungsprojekte sein.
Prozesse zur Überprüfung und Bewertung müssen zielgruppengerecht (in Dauer und Umfang, durch jugendgerechte und einfache Sprache) sowie transparent gestaltet sein. Die Teilnehmenden müssen vorab über die Ziele des Evaluationsverfahrens informiert werden.
Manchmal geht das Feedback an Personen, zu denen ein Abhängigkeitsverhältnis besteht (beispielsweise Lehrkräfte). Gewünscht wird sich daher, dass eine externe Person den Prozess als beratende Expertin oder Experte begleitet. Damit ließe sich ein sicherer Raum ohne Hierarchien und Machtgefälle herstellen.
Die Ergebnisse von Evaluationen sollten ernsthaft berücksichtigt und die Umsetzung der Ergebnisse von Jugendbeteiligungsprozessen anschließend ebenfalls überprüft werden. Hierfür wird die Einführung einer divers zusammengesetzten und geschulten „Evaluationsgruppe“ vorgeschlagen, die aus Teilnehmenden der jeweiligen Veranstaltung besteht.
Was heißt überhaupt jugendgerechte Informationen zu Jugendbeteiligung auf Bundesebene? Im Workshop wurde diskutiert, welche Kommunikationskanäle junge Menschen nutzen, welche Infos und Themen sie ansprechen und wie sie am besten erreicht und zur Beteiligung motiviert werden können. Obendrein wurde darüber gesprochen, was jugendgerechte und diversitätssensible Sprache bedeutet und wie Informationen aufbereitet werden können, um niemanden auszuschließen.
Empfehlungen aus dem Workshop
Es sollte verständlich und ohne „große Worte und Begriffe“ gesprochen werden. Außerdem sollte Social Media als Mittel der Kommunikation genutzt werden, um „Jugendliche dort zu erreichen, wo sie sind“. So sollten etwa kurze Videos mit vielen Infos produziert werden, wobei diese wiederum inklusiv vermittelt und sowohl sprachlich (in einfacher Sprache; nicht zwingend Jugendsprache) mit Bild und Video als auch durch Untertitel dargestellt werden.
Junge Menschen sollten durch Werkstätten mehr in Social Media-Konzepte und Ideen zu Formaten, die für ihre Zielgruppe bestimmt sind, eingebunden werden.
Der Umgang mit Social Media sollte im Schulalltag eine größere Rolle spielen und fester Bestandteil im Lehrplan sein. Diese „Social Media-Bildung“ sollte Themen wie Fake News, Mobbing, Privatsphäre und Stalking behandeln.
Der Austausch mit Politikerinnen und Politikern sollte nicht nur bewirken, dass junge Menschen politisch aktiver werden, sondern dass sich ihre Ideen auch stärker in bundespolitischen Zielsetzungen wiederfinden.
Es gab die Idee eines TikTok-Kanals „von der Jugend für die Jugend“. Dieser sollte an den Schulunterricht angesiedelt werden und darauf abzielen, dass Jugendliche TikTok nicht nur konsumieren, sondern selbst interessante Inhalte produzieren. Dabei würden sie auch lernen, mit Quellen umzugehen und die Nutzung oder Inhalte von Social Media kritisch zu hinterfragen.
Wie kann eine Informationsplattform über Beteiligungsangebote konkret aussehen und welche Bedürfnisse müsste sie erfüllen, um für alle jungen Menschen zugänglich und ansprechend zu sein? Von der technischen Umsetzung bis zur Berücksichtigung verschiedener Bedarfe wurden verschiedene Aspekte im Workshop beleuchtet und gemeinsam Lösungsansätze erarbeitet.
Empfehlungen aus dem Workshop
Um den Zugang zu Infos über Beteiligungsmöglichkeiten zu erleichtern, braucht es eine Plattform, die als einheitliche Anlaufstelle dient. Über eine Suchfunktion könnten junge Menschen dort gezielt Beteiligungsangebote suchen. Vereine, Initiativen und Veranstaltungen können nach Themen, Altersgrenzen und Ebene (Bund/Land/Kommune) gefiltert werden.
Um die Beteiligungsplattform möglichst barrierearm und inklusiv zu gestalten, sollte man sie als Nutzer:in individuell anpassen können. Es sollte verschiedene Sprachoptionen (auch Leichte Sprache) geben sowie Einstellungsmöglichkeiten für Personen mit Einschränkungen und Unterstützungsbedarf (Farbenblindheit, Audioausgaben für Blinde und so weiter).
Als Zusatzfunktion sollte es die Möglichkeit geben, sich über die Plattform für neue Projekte in Teams zusammenzufinden. Wie bei Jobangeboten werden „Stellen“ ausgeschrieben, die für die Initiative gebraucht werden.
Beteiligungsengagierte sind nicht genug miteinander vernetzt. Als Lösung schlagen die Teilnehmenden eine Chat-Funktion auf der Beteiligungsplattform vor, über die sich engagierte junge Menschen kennenlernen und miteinander vernetzen können.
Im Workshop wurde der Frage nachgegangen, wie junge Menschen in Beteiligungsprozessen sich selbst und andere empowern können und welche Unterstützung dabei notwendig ist. Eigene Erfahrungen wurden reflektiert und überlegt, welche Kompetenzen es überhaupt braucht, um sich zu beteiligen. Dazu wurde diskutiert, wer in diesen Prozessen junge Menschen unterstützen könnte und welche Qualifikationen diese Personen mitbringen sollten.
Empfehlungen aus dem Workshop
Infos zum Thema Beteiligung sollten jugendgerecht vermittelt werden und junge Menschen zudem auch Unterstützung bei Nachfragen erhalten.
Der Einstieg in Beteiligungsprozesse wird nicht genügend begleitet. Es sollte außerdem einfacher (also niedrigschwelliger) sein, sich zu beteiligen, um diskriminierenden Strukturen entgegenzuwirken.
In der Schule sollte im Politikunterricht über Möglichkeiten zur Beteiligung aufgeklärt und politisches Engagement junger Menschen unterstützt werden.
Eine digitale interaktive Karte könnte die Beteiligungsmöglichkeiten für interessierte junge Menschen übersichtlich und einfach darstellen und zusätzlich die Vernetzung vereinfachen.
Die Schaffung eines begleitenden Buddy-/Mentoring-Programms in den einzelnen Jugendgremien und Beteiligungsprozessen würde das Miteinander stärken und weitere Vernetzung ermöglichen.
Welche Beteiligungsformate und -strukturen gibt es auf Bundesebene und wie können diese besser zusammenarbeiten und voneinander lernen? Gemeinsam wurde sich damit befasst, welche Schritte erforderlich sind, um einen verbesserten Austausch und eine stärkere Vernetzung sowohl zwischen den Strukturen als auch den jungen Menschen zu ermöglichen. Ein zentraler Aspekt war zudem die Frage, wie das Wissen zwischen den verschiedenen Ebenen – Bund, Länder und Kommunen – besser weitergeben und eine effektive Vernetzung über alle Ebenen hinweg erreichen werden kann.
Empfehlungen aus dem Workshop
Es braucht eine Verknüpfung der Bundesebene mit lokalen Kontexten. Wünschenswert wären digitale Informations- und Gesprächsangebote durch die Akteure der Bundesebene (wie Ministerien), um mehr Nähe herzustellen. Dadurch könnten junge Menschen zum Beispiel verfolgen, wie für sie relevante Gesetze auf Bundesebene entwickelt werden.
Vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten auch auf Bundesebene. Bestehende Strukturen müssen inklusiver und offener gestaltet werden (zum Beispiel durch spezielle Beratungsangebote für Gremien und Projekte, die sich auf Bundesebene engagieren wollen).
Jugendbeteiligung muss verbindliche Folgen haben. Die Teilnehmenden des Workshops wollen sehen, dass das eigene Engagement wirkt, zumindest aber darüber aufgeklärt werden, warum und wie mit ihren Vorschlägen umgegangen wird (beispielsweise über einen Social-Media-Kanal für die Bundesebene, der offen über solche Themen berichtet).
Um Beteiligung zugänglicher zu machen und mehr junge Menschen zu erreichen, sollten die unterschiedlichen Formen von Beteiligung mehr beworben werden. Die Werbung muss auch außerschulisch stattfinden, also zum Beispiel in Vereinen. Außerdem muss das Info-Material kostenlos bereitgestellt werden und in jugendgerechter Sprache verfasst sein.
Die Verbindlichkeit von Jugendbeteiligung und deren rechtliche Rahmenbedingungen waren die zentralen Themen des Workshops. Die Teilnehmenden setzten sich dementsprechend gemeinsam intensiv mit den rechtlichen Rahmenbedingungen für Beteiligung auf Bundesebene auseinander. Neben der aktuellen rechtlichen Lage wurde insbesondere darauf eingegangen, welche rechtlichen Rahmenbedingungen benötigt werden, damit Jugendbeteiligung insgesamt und auf Bundesebene wirksam(er) und verbindlich(er) werden kann.
Empfehlungen aus dem Workshop
In jeder Kommune sollte eine feste Ansprechperson die Jugendbeteiligung hauptamtlich betreuen.
Insbesondere in der Schule sollte (zum Beispiel über Förderprogramme) die Demokratie gefördert und mit Methoden aus der Beteiligung sowie der politischen außerschulischen Bildung (wie dem Angebot „Wahl-O-Mat“) verknüpft werden.
Es gab die Idee einer niedrigschwelligen App, die über Social Media beworben wird. Die App soll FAQ, Informationen zur Rechtslage hinsichtlich Jugendbeteiligung und eine einfache Nachschlagfunktion für Begriffe beinhalten. Dazu soll die App die Möglichkeit bieten, sich in einem Forum auszutauschen, aber auch Umfragen durchzuführen.
Das Wahlalter sollte auf 16 Jahre herabgesetzt werden. Um dies mit großflächigen Projekten der politischen Bildung zu verbinden, braucht es ein Budget. Dafür müsste die Schuldenbremse abgeschafft oder zumindest reformiert werden.
Jugendparlamente sollen durch eine Änderung der Geschäftsordnung gestärkt werden, so dass eine aktive Anhörung der Jugendparlamente bei Gesetzesänderungen erfolgen muss.
Um den Anforderungen bei Beteiligungsformaten, aber auch den eigenen und äußeren Erwartungen gerecht zu werden, braucht es oft einen großen Zeit- und Vorbereitungsaufwand. Neben bestehenden Verpflichtungen kann dies für junge Menschen spürbaren und schlimmstenfalls belastenden mentalen Druck erzeugen. Diskutiert wurde im Workshop, wie eine gesunde Balance zwischen aktiver Beteiligung und mentaler Gesundheit erreicht und gefördert werden kann. Was braucht es, um individuelle Stärken und Ressourcen in der Beteiligung zu fördern, anstatt unnötigen Druck zu erzeugen?
Empfehlungen aus dem Workshop
Junge Menschen sollten Selbstfürsorge durch Pausen, Entspannung, Schlaf, Bewegung und gesunde Ernährung betreiben!
Bei starker Belastung oder Überforderung sollten junge Menschen Hilfeangebote nutzen (Unterstützungsnetzwerke, Peer-Support-Gruppen) und Grenzen setzen (lernen „Nein“ zu sagen).
Es braucht generell einen offeneren Umgang mit psychischen Krankheiten und mentaler Gesundheit. Wünschenswert wäre eine Kampagne zur Entstigmatisierung dieses Themas. Diese müsste bereits frühzeitig ansetzen, also auch in Kindergärten und Schulen umgesetzt werden.
Es braucht eine institutionelle Verankerung des Themas mentale Gesundheit in der Kinder- und Jugendbeteiligung. Fest etablierte Treffen, bei denen junge Menschen sich hierzu austauschen können und bei Bedarf Hilfe erhalten, wären ein guter Ansatz.
Die zunehmenden populistischen sowie demokratie- und menschenrechtsfeindlichen Tendenzen und Debatten in Politik und Öffentlichkeit machen auch vor dem Feld der Jugendbeteiligung nicht halt. Gemeinsam wurde besprochen, wie Jugendbeteiligung aktiv die demokratische Partizipation fördern kann. Dazu wurde diskutiert, was man tun kann, wenn demokratiefeindliche Kräfte versuchen, Beteiligungsangebote und -strukturen für ihre Zwecke auszunutzen und zu instrumentalisieren.
Empfehlungen aus dem Workshop
Es braucht eine stärkere Demokratisierung und Transparenz in der Politik, etwa durch eine feste Verankerung und Nutzung der Plattform Abgeordnetenwatch.
Es müssen klare Konzepte entwickelt werden, um rechtsextremen Einflüssen bei Beteiligungsformaten schnell und wirksam entgegenwirken zu können und um Einzelpersonen zu unterstützen.
Schulen sollten mit der Hilfe von externen Organisationen verstärkt Demokratiebildung umsetzen. Dabei würde der Fokus auf kritisches Denken, einer faktenbasierten und respektvollen Diskussionskultur sowie Aufklärung über extremistische Strategien liegen.
Bei Veranstaltungen und Diskussionsrunden braucht es klare Regeln für Debatten („Code of Conduct“) sowie eine Begleitung durch eine geschulte Moderation. Zudem sollte es vor Ort ein Awareness-Team und Fachleute für einen Faktencheck geben, damit auf falsche Infos beziehungsweise extremistisches Gedankengut direkt reagiert werden kann.
Es ist wichtig, Netzwerke gegen Rechtsextremismus für Unterstützung, Weiterbildung und Austausch aufzubauen.
Der Workshop widmete sich der diversitätssensiblen, inklusiven und zielgruppenspezifischen Gestaltung von Beteiligung. Gemeinsam wurde zusammentragen, wie Beteiligungsprozesse umgesetzt werden müssen, damit sich alle jungen Menschen beteiligen können und sichergestellt wird, dass ihre Stimmen auch gehört werden. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie ALLE jungen Menschen wirkungsvoll auf Bundesebene beteiligt werden können.
Empfehlungen aus dem Workshop
Reisekosten, Unterkunft, Essen oder die Erwartung bestimmter Dresscodes – all das erfordert Geld und kann für manche junge Menschen zur Hürde werden. Anfallende Kosten sollten übernommen werden – in vollem Umfang und vorab (nicht jede Person kann Geld vorstrecken). Die notwendigen technischen Voraussetzungen zum Mitmachen sollten zudem auf ein Minimum reduziert und entsprechende Geräte zur Verfügung gestellt werden.
Es braucht diskriminierungsbewusste und übergreifende Schutzkonzepte: Empowerment-Räume, geschützte Räume (Safer Spaces), Awareness-Teams, Verhaltensregeln und ein Beschwerdemanagement. Die Sicherheit der Teilnehmenden muss während der Veranstaltung sowie bei An- und Abreise gewährleistet werden (zum Beispiel für BIPoC und FLINTA*).
Sprachbarrieren müssen minimiert werden. Infos zu Beteiligungsprozessen sollte es in Leichter Sprache, in Brailleschrift sowie mehrsprachig geben. Während der Umsetzung sollten niedrigschwellige Begriffe verwendet werden. Beauftragte Personen könnten darauf achten, dass verständliche Sprache genutzt wird, und bei Bedarf darauf hinweisen und unterstützen.
Werbung für Beteiligungsangebote findet oftmals nur in Kreisen statt, in denen vor allem bereits Engagierte davon erfahren – und selbst unter diesen findet dann noch ein Auswahlverfahren mit hohen Anforderungen statt. Oft gibt es wenig einführende Erklärungen zu den Themen, sodass interessierte Neue nicht immer ausreichend verstehen, worum es im Beteiligungsangebot geht, und sich zum Teil nicht qualifiziert fühlen, teilzunehmen.
Sicherheitspolitische Krisen, Krieg in Europa und auf der Welt sind aktuell sehr präsent in den Medien sowie in der politischen Debatte. Richtungsweisende Entscheidungen in sicherheitspolitischen Fragen bewegen junge Menschen genauso wie alle anderen Altersgruppen. Im Workshop wurden brennende Fragen der Sicherheitspolitik, wie die Einführung einer Dienstpflicht, diskutiert, aber auch allgemein debattiert, wie die Anliegen junger Menschen bei sicherheitspolitischen Entscheidungen berücksichtigt werden können.
Empfehlungen aus dem Workshop
Es sollte in jedem Bundesministerium eine Anlaufstelle für junge Menschen und Strukturen für eine breitflächige Beteiligung geben (feste Gremien und verpflichtende Einbindung in bestehende Projekte, pädagogische Unterstützung und Begleitung sowie inhaltliche Vorbereitung von jungen Menschen im Rahmen von Beteiligungsmaßnahmen).
Die UN-Kinderrechtskonvention und verbindliche Mindeststandards für Kindeswohl sollten konsequent in der Außen- und Sicherheitspolitik umgesetzt werden.
Junge Menschen entscheiden selbst darüber, wann und wie sie sich beteiligen wollen. Beteiligungsstrukturen müssen dafür transparent ausgestaltet sein.
Hier findest Du eine kleine Materialsammlung mit weiterführenden Infos und Leseempfehlungen rund um die Workshop-Themen der BuJuKo24.
Workshop „Zwischen Anspruch und Achtsamkeit: Leistungs- und Kompetenzdruck bei jungen Engagierten in der Jugendbeteiligung“
- Thomas Metzinger: Bewusstseinskultur. Spiritualität, intellektuelle Redlichkeit und die planetare Krise. Berlin Verlag, 2023.
- Corine Pelluchon: Die Durchquerung des Unmöglichen. Hoffnung in Zeiten der Klimakatastrophe. Beck Verlag, 2023.
- Hans Jonas: Das Prinzip Verantwortung: Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation. Suhrkamp Verlag, 1984.
- Ina Schmidt: Die Kraft der Verantwortung. Edition Körber, 2021.
- Frank-M. Staemmler und Werner Bock: Ganzheitliche Veränderung in der Gestalttherapie Peter Hammer Verlag, 1997.
Workshop „Demokratie verteidigen: Jugendbeteiligung in Zeiten von Populismus, demokratiefeindlichen Tendenzen und Vereinnahmungsversuchen“
- Sören Musyal und Patrick Stegemann: Die rechte Mobilmachung: Wie radikale Netzaktivisten die Demokratie angreifen, (2020) – online unter: https://www.das-nettz.de/publikationen/die-rechte-mobilmachung
- FGW-Studie: Rechtspopulismus, soziale Frage & Demokratie 03.
- Andreas Zick, Beate Küpper und Nico Mokros: Die distanzierte Mitte. Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland 2022/23. Friedrich-Ebert-Stiftung – online unter: https://www.fes.de/referat-demokratie-gesellschaft-und-innovation/gegen-rechtsextremismus/mitte-studie-2023
- Anna Sophie Heinze: Streit um demokratischen Konsens. Herausforderungen und Grenzen beim parlamentarischen Umgang mit der AfD. Springer Verlag, 2020.
- Das NETTZ, Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur, HateAid und Neue deutsche Medienmacher:innen als Teil des Kompetenznetzwerks gegen Hass im Netz (Hrsg.) (2024): Lauter Hass – leiser Rückzug. Wie Hass im Netz den demokratischen Diskurs bedroht. Ergebnisse einer repräsentativen Befragung – online unter: https://kompetenznetzwerk-hass-im-netz.de/wp-content/uploads/2024/02/Studie_Lauter-Hass-leiser-Rueckzug.pdf
Dein Recht auf Mitbestimmung! – Rechtliche Rahmenbedingungen und Verbindlichkeit von Beteiligung auf Bundesebene
- Gesetze zur Jugendbeteiligung auf Bundesebene- online unter: https://werkzeugbox.jugendgerecht.de/tool/rechtliche-grundlagen-zur-mitbestimmung-von-kindern-und-jugendlichen/#:~:text=Als%20Bundesgesetz%20bildet%20dieses%20den,zu%20erhalten%20oder%20zu%20schaffen
- Deutsches Kinderhilfswerk: Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen. Eine Zusammenstellung der gesetzlichen Bestimmungen auf Bundesebene und ein Vergleich der Bestimmungen in den Bundesländern und auf kommunaler Ebene, 2019 – online unter: https://www.dkhw.de/fileadmin/Redaktion/1_Unsere_Arbeit/1_Schwerpunkte/3_Beteiligung/3.11_Studie_Beteiligungsrechte/Studie_Beteiligungsrechte_von_Kindern_und_Jugendlichen.pdf
Wie hat es euch gefallen?
Wir haben nachgefragt: 92,31 % der Teilnehmenden fanden die Veranstaltung insgesamt sehr gut oder gut. Am besten hat ihnen der Jugendpolitische Empfang (83,3%) am Freitagabend gefallen, gefolgt von der Diskussion im Tipi mit Lisa Paus (81,3%) und den Workshops (81,1%) am Samstag.
Wer war alles dabei?
Bei der BuJuKo treffen sich junge Menschen aus ganz Deutschland. Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgt dabei nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern nach Diversität der Teilnehmendenschaft (u. a. regionale Zuordnung, Alter, Engagement, Geschlechterparität).



(Video-)Rückblick
Drei Tage BuJuKo, das bedeutet auch drei Tage mit vielen Eindrücken, etlichen Programmpunkten und natürlich ebenso viel Spaß. Festgehalten wurde all das auch im Kurzfilm zur BuJuKo. Für alle, die Lust auf einen kleinen Rückblick haben oder die wissen möchten, wie die Stimmung war.
Du möchtest noch mehr über die BuJuKo wissen? Dann schau doch einmal in unsere Live-Blogs und Impressionen der vergangenen Jahre rein. Im Jahr 2020 fand die BuJuKo rein digital statt und zwei Jahre später 2022 (Live-Blog und Film) waren wir in der Jugendherberge am Ostkreuz (Berlin).
Live-Blog der BuJuKo 2024
Kapitel
Tag 3 der BuJuKo
Bis bald BuJuKo 24
Die BuJuKo im Gespräch mit Lisa Paus
Eure gemeinsame Message
Guten Morgen von Tag 3 der BuJuKo!
Kapitel
Tag 2 der BuJuKo
Tag 2 geht zu Ende
Wir starten ins Abendprogramm!
Ergebnisse der Workshop Phasen…
Workshop-Phase 2 startet
Start der Workshops
Let’s talk about the NAP
Tag 2 der BuJuKo’24 startet
Kapitel
Tag 1 der BuJuKo!
Der erste Tag der BuJuKo neigt sich dem Ende zu…

Bundesfamilienministerin Lisa Paus ist da!

Die U27-Mitglieder des Jugendpolitischen Beirats
Hinter den Kulissen der BuJuKo
Grußwort von Jana Borkamp

Die BuJuKo 2024 startet!

Wir suchen dich! Ausschreibung für das Jugend-Team bei der BuJuKo 2024
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