Wir wollen Europas Zukunft gestalten!
Welche Themen sind für junge Menschen in Europa relevant? Welche Herausforderungen gibt es für Jugendliche gegenwärtig und zukünftig in Europa? Wie kann eine Plattform aussehen, die es jungen Menschen in Europa ermöglicht, sich zu jugendrelevanten Themen und Herausforderungen auszutauschen? Bei diesen Fragen setzt das Jugend-Budget-Projekt „Challenge accepted – Europe“ an.
Von der Idee zum Projekt
Im Rahmen des Vorhabens Jugend-Budget des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend entstand die Projektidee, eine Plattform zu entwickeln, die es jungen Menschen in Europa ermöglicht, sich zu jugendrelevanten Themen und Problemstellungen auszutauschen. Die Plattform www.youthchallenge.eu wurde gemeinsam mit jungen Menschen aus Europa entwickelt.
Von jungen Menschen für junge Menschen – von Beginn an hat das Projekt den Anspruch der internationalen Jugendbeteiligung: Vom Projektnamen, über die Entwicklung und Konzeption der Challenges für die Plattform entscheiden die Jugendlichen selbst.
Die Teilnehmenden diskutierten, welche Themen und Herausforderungen für ihre Generation von zentraler Bedeutung sind. Die Jugendlichen einigten sich auf die Themen Feminismus, Migration, Psychische Gesundheit, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Jugendarbeitslosigkeit und Partizipation.
Onlinemeetings, Workshops und Challenges
In monatlichen Online-Meetings und Workshops konnten sie sich, in einem internationalen Rahmen mit Expert*innen über die jugendrelevanten Fragestellungen austauschen. Außerdem sind die Challenges ein erheblicher Teil des Projekts. Im Gegensatz zu den digitalen Treffen oder den lokalen Workshops, sind die Inhalte der Challenges offen und jederzeit für jede*n zugänglich.
Man kann sich eine Challenge vorstellen, wie einen Onlinekurs, denn jede Challenge besteht aus vier Teilen, sogenannten Aktivitäten. Diese verfolgen, unabhängig vom Thema, eine feste Reihenfolge, müssen aber nicht chronologisch oder vollständig erfüllt werden.
Das Jugendforum in Magdeburg
Nach den sieben internationalen monthly Meetings im Challenge accepted – Europe-Projekt, hatten alle Teilnehmenden nun die Chance, sich einmal live zu treffen. Vom 15. bis 19. Juli fand das große Jugendforum in Magdeburg statt, das in Kooperation mit dem Cities und Regions of Learning Netzwerk organisiert wurde. Dabei kamen nicht nur über 100 Jugendliche aus ganz Europa zusammen, sondern auch Politiker*innen aus verschiedenen Ländern unterstützten den Prozess. Ziel der Veranstaltung war es, politische Empfehlungen zu den Themen Nachhaltigkeit, Inklusion, non-formales Lernen, mentale Gesundheit und Partizipation zu verfassen, die an die lokale Politik weitergeleitet und auf Landes- und Europaebene verbreitet werden sollen.
Neben Teilnehmenden aus den Niederlanden, Norwegen, Serbien, Slowenien, Litauen, Spanien, Italien und Sachsen-Anhalt, die teilweise bereits im Challenge accepted – Europe-Projekt aktiv waren, entstand eine Gruppe aus zwei Serben, einem Franzosen und zwei Deutschen, die das Projekt und seine Plattform während des Forums vertreten.

Entstehung der politischen Empfehlungen
Am ersten Tag des Forums gab es zunächst ein großes Kennenlernen, nicht nur innerhalb der Gruppe, sondern auch von der Umgebung. Während einer Stadtrallye durch Magdeburg konnten zum einen die Sehenswürdigkeiten entdeckt und zum anderen die fünf Themen genauer erkundet werden. Vorher fand das offizielle Kick-off des Forums im Landtag von Sachsen-Anhalt statt, bei dem auch das Challenge accepted – Europe-Projekt kurz vorgestellt wurde.
Am nächsten Tag konnten sich alle Teilnehmenden über die Organisationen und Projekte der anderen informieren. Auch Challenge accepted hatte dabei einen eigenen Stand, der von der Gruppe mit Plakaten, Infomaterial und Präsentation gestaltet wurde. Das Interesse war groß und die Plattform wurde mit ihren Themen und Challenges den anderen präsentiert.
Die darauffolgenden Sessions standen dann ganz im Zeichen der Erarbeitung der politischen Empfehlungen – bis hin zur großen Abschlussveranstaltung, bei der alle Ergebnisse nochmal mit politischen Entscheidungsträger*innen diskutiert wurden.

Die politischen Empfehlungen
Wie eine solche konkrete Empfehlung aussieht, lässt sich am Beispiel des Themas Nachhaltigkeit gut aufzeigen. Die beteiligten Jugendlichen haben mit Expert*innen gesprochen, sich über die Thematik informiert und sie am Beispiel der Challenges auch selbst erfahren. Im Rahmen des Jugendforums wurde dann über Nachhaltigkeit mit politischen Entscheidungsträger*innen sowie Expert*innen diskutiert. Schließlich konnte die folgende politische Empfehlung, als eine von insgesamt vier Empfehlungen, im Bereich Nachhaltigkeit formuliert werden.
Da die Teilnehmenden hierbei eine besondere Dringlichkeit sehen, wurden dieses nicht als Empfehlungen, sondern als Forderung formuliert:
Die Industrie muss verpflichtet werden, genaue, standardisierte Daten über die von ihr verursachte Umweltverschmutzung in einem zugänglichen Format zu veröffentlichen – und dieser Prozess muss unabhängig und transparent geregelt werden. Die Öffentlichkeit muss in der Lage sein, auf der Grundlage dieser Daten, Druck auf die Unternehmen auszuüben.”
Möchtest du alle politischen Empfehlungen nachlesen? Dann gehe hierzu auf: https://www.citiesoflearning.net/recommendations/
Anspechpersonen aus dem Projekt:
Sabine Humpf, Projektkoordinatorin “Challenge accepted – Europe” bei IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Rebecca Schlißke, Projektkoordinatorin „Challenge accepted – Europe“ bei der Europäischen Jugendbildungsstätte Magdeburg / GOEUROPE!


