Die Geschichte schwarzer Menschen in Deutschland

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Geschichte schwarzer Menschen in Deutschland

Es ist Februar – und das heißt: es ist Black History Month! Der Black History Month zelebriert die Errungenschaften und zentrale Rolle Schwarzer Menschen in der Geschichte. Im Februar 1926 veranstaltete die Organisation „Association for the Study of Negro Life and History“ (ASNLH) die erste nationale Woche zu Ehren der Geschichte Schwarzer Menschen. Diese wurde auch deshalb auf diesen Zeitpunkt gelegt, da Abraham Lincoln und Frederick Douglass im Februar geboren sind. Seit 1976 ist der #BHM in den USA offiziell als Bewegung anerkannt. Auch in Deutschland wird dieser Monat seit den 90er Jahren im Februar gefeiert, allerdings ist er hier noch nicht offiziell anerkannt. Beim Black History Month geht es vor allem darum, auf Machthierarchien und strukturellen Rassismus aufmerksam zu machen.

Schwarze Menschen in der Geschichte

Bereits im 13. Jahrhundert umgab sich Friedrich II. von Hohenstaufen an seinem Hof mit einer Garde Schwarzer Männer, um damit seine weltoffene Haltung zu unterstreichen und seinen globalen Einfluss zu zeigen. Damals wurden Schwarze Personen von Weißen auf Reisen verschleppt und nach Europa gebracht, dort versklavt oder „verschenkt“ und lebten meistens als Diener*innen oder Musiker*innen am Hof.

In späteren Jahren erhielten einige der in Deutschland lebenden Afrikaner*innen an deutschen Höfen eine Ausbildung oder erlernten einen Beruf. Das führte auch dazu, dass manche von ihnen hochangesehene Mitglieder der Gesellschaft wurden, heirateten und Kinder kriegten. Dies hat zu einer größeren Interaktion und Verständigung zwischen Afrikanischen Menschen und der deutschen Bevölkerung geführt, was dazu beigetragen hat, bestehenden Vorurteilen und Stereotypen teilweise entgegenzuwirken. Der wahrscheinlich Berühmteste war Anton Wilhelm Amo. Nach ihm soll sogar die „Mohrenstraße“ in Berlin umbenannt werden. Er war der erste Schwarze Philosoph an einer deutschen Uni – und zwar schon 1730.

In der folgenden Zeit des Kolonialismus nahm jedoch der Rassismus rasant zu. Immer mehr Menschen wurden aus den Kolonien nach Deutschland gebracht, um sie z. B. für sogenannte „Völkerschauen“ in Zoos zu missbrauchen. Die Nazis trieben den Rassismus mit ihrer „Rassentheorie“ und Gesetzen – auch gegen Schwarze Menschen – auf die Spitze. Nach dem 2. Weltkrieg waren es dann vor allem Schwarze aus den USA, die in Deutschland blieben.

Fehlende Zahlen

Bis 2020 gab es in Deutschland keine genauen Zahlen zu Menschen mit afrikanischer Herkunft. Der Grund dafür ist, dass Deutschland, anders als z. B. die USA, generell keine Ethnizitäten bei Statistiken über die hier lebenden Menschen erhebt. Der Afrozensus maß jedoch 2020 zum ersten Mal die Anzahl von Menschen afrikanischer Herkunft in Deutschland. Die Studie wurde von Each One Teach One und Citizens for Europe ins Leben gerufen und ist die erste umfangreiche Onlinebefragung unter Schwarzen, afrikanischen, afrodiasporischen Menschen. Laut den Ergebnissen der Befragung leben aktuell ca. 1 Mio. Menschen mit afrikanischer Herkunft in Deutschland. Fokus der Umfrage waren insbesondere Themen bezüglich Diskriminierung und dem Umgang damit.

In der Politik

Erst im Jahr 2013 zogen mit Karamba Diaby (SPD) und Charles Huber (CDU) die ersten Afrodeutschen in den Bundestag ein. 2021 schaffte es die erste Schwarze Frau in die Bundespolitik: Awet Tesfaiesus von den Grünen.

Leider gibt es immer noch wenig Bewusstsein und Wissen über die jahrhundertelange Geschichte von Schwarzen Menschen in Deutschland, die auch hierzulande geprägt ist von Kolonialismus und Ausgrenzung sowie Diskriminierung. Um hier entgegenwirken zu können, müssen wir uns jedoch mit diesem Teil der deutschen Geschichte auseinandersetzen und versuchen alte Denkmuster und rassistische Vorurteile abzubauen. Und das nicht nur einen Monat im Jahr!

Viele Grüße
Julia

Quellen:

https://afrozensus.de/reports/2020/#start (Abgerufen am 02.02.2023)

https://www.history.com/topics/black-history/black-history-month (Abgerufen am 02.02.2023)

Germany and the Black Diaspora: Points of Contact, 1250-1914, edited by Mischa Honeck, et al., Berghahn Books, Incorporated, 2013. ProQuest Ebook Central (Abgerufen am 02.02.2023)

Rosalux History, Folge 18: Afrodeutsche Geschichte. https://www.rosalux.de/mediathek/media/element/1779 (Abgerufen am 02.02.2023)

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/geschichte/gustav-der-kapellmeister-1732645.html (Abgerufen am 10.02.2023)

https://www.zeit.de/zett/2022-02/schwarze-geschichte-deutschland-black-history-month (Abgerufen am 10.02.2023)

https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/schwarz-und-deutsch-2022/506169/black-germany/ (Abgerufen 14.02.2023)

25 Jahre alt, Studentin

Hey, ich bin Julia! Als junger Mensch ist es mir wichtig, mich mit Politik und Gesellschaft auseinanderzusetzen, vor allem wenn diese einen Bezug zu unserer Lebensrealität haben. Sei es Feminismus, die Klimakrise oder allgemein das politische Weltgeschehen – während meiner Zeit bei jung genug habe ich zu diversen Themen recherchiert und diesen eine Plattform gegeben, um damit möglichst viele (junge) Menschen zu erreichen!

Julia / ehem. Redaktionsmitglied

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