Am 12.08.2022 war der Internationale Tag der Jugend. Laut Definition dient der Tag als Gedenktag, der an die Bedeutung der Jugend als Lebensphase erinnert und erstmalig im Jahr 1999 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde. Am diesjährigen Tag der Jugend rückten die Anliegen und Perspektiven junger Menschen in den Fokus, da diese sich in der Corona-Pandemie besonders solidarisch gezeigt und sich in vielen Lebensbereichen eingeschränkt haben.
Ende 2021 lebten rund 8,3 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren in Deutschland. Das entspricht etwa 10 Prozent der Gesamtbevölkerung. Damit ist seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 1950 der Anteil junger Menschen so gering wie noch nie. Die Gesamtbevölkerung ist dagegen 2021 auf erstmals mehr als 83,2 Millionen Menschen gestiegen. Mit Ausnahme von 2015 sinkt die Zahl der 15- bis 24-Jährigen seit 2005 kontinuierlich.
In zwei aktuellen Pressemitteilungen vom 25.07. und 01.08.2022 hat das Statistische Bundesamt diverse interessante Zahlen rund um junge Menschen zusammengefasst. Es werden die Lebensumstände von Personen zwischen 15 und 24 Jahren beleuchtet. Die Ergebnisse möchten wir euch hier kurz vorstellen.
Der Auszug
Früher oder später ist für viele die Zeit gekommen: Der Auszug aus dem Elternhaus. Trotz der steigenden Mietpreise und der Corona-Pandemie war die Anzahl junger Menschen, die sich dazu entschieden, auf eigenen Beinen zu stehen, in den letzten zehn Jahren noch nie so hoch wie im Jahr 2021. Verließen im Jahr 2011 noch 2,4 Millionen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren das Elternhaus, so waren es im Jahr 2021 insgesamt 2,6 Millionen Menschen, also rund 31,2 % dieser Altersgruppe. Frauen ziehen durchschnittlich 2 Jahre früher aus als Männer. Im Vergleich zum EU-Durchschnitt zogen 2021 junge Menschen in Deutschland rund 3 Jahre früher aus dem Elternhaus aus.
Partnerschaft und Eltern
Anders als beim immer früheren Auszug geht die Anzahl junger Menschen, die selber eine Familie gründen, deutlich zurück. Während 2011 noch 3,7 % der jungen Menschen Kinder hatten, waren es 2021 nur noch 2,4 %.
Noch seltener als eine Familie zu gründen, geben sich junge Menschen das Jawort. 2021 wurde mit rund 136 000 jungen Menschen, die in einer Ehe oder Lebenspartnerschaft leben, ein neuer Tiefstand erreicht. 10 Jahre zuvor gab es noch mehr als 246 500 junge, verheiratete Menschen und 1991 ganze 990 000. Hier gilt zu bedenken, dass eine Eheschließung in Deutschland nur möglich ist, wenn beide Heiratswilligen volljährig sind und sich genannte Zahlen somit auf junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren beziehen.
Der Verlauf der Lebensphase Jugend hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Viele der gesellschaftlichen Erwartungen, wie zum Beispiel die Ehe als Voraussetzung für den Auszug aus dem Elternhaus oder die Familiengründung, werden heute nicht mehr als so wichtig angesehen. Junge Menschen scheinen früher ihre Unabhängigkeit von den Eltern zu brauchen und wollen sich auch nicht direkt an feste Partner*innen oder eigene Kinder binden. Gleichzeitig verschieben sich viele Lebensereignisse im Lebenslauf nach hinten. So wird zum Beispiel der Übergang in die reguläre Erwerbstätigkeit und die damit einhergehende finanzielle Sicherheit durch die längeren und teilweise unterbrochenen Ausbildungsphasen verzögert. Auch dies ist ein Faktor für die spätere Familiengründung und hat Auswirkungen auf die Lebensentscheidungen von jungen Menschen. Aber genau wegen diesen Veränderungen ist es wichtig, dass sich die Politik mit verändert und den jungen Menschen zuhört. Egal, wie viel prozentualen Anteil sie in der Gesamtgesellschaft ausmachen, ein wichtiger Teil sind sie allemal.
Viele Grüße
Linus
Quellen
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/07/PD22_N046_122.html;jsessionid=D54790237A334EBC6C6F6D19D11A45A0.live722 (Letzter Abruf: 16.08.2022)
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/08/PD22_N049_12.html (Letzter Abruf: 16.08.2022)
https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/ehemuendig-ab-18-jahren-481606 (Letzter Abruf: 16.08.2022)
(Letzter Abruf: 16.08.2022)


