Schon seit einigen Wochen ging es bei uns redaktionell um die „G7“. In diesem Jahr war uns das Thema besonders nah, denn Deutschland war Gastgeber des internationalen Gipfel-Treffens. Ende Juni fand der G7-Gipfel bereits zum zweiten Mal auf Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen in Süddeutschland statt.
Aber was ist „G7“ nochmal?
Die „Gruppe der Sieben“ (G7) ist ein informelles Forum führender Industrienationen und Demokratien. Ihr gehören neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA an. Außerdem ist die Europäische Union bei allen Treffen vertreten. Der Vorsitz wechselt jährlich zwischen den Mitgliedern – im Jahr 2022 hat Deutschland diese Rolle übernommen.
Der Zusammenschluss wurde vor 45 Jahren ins Leben gerufen und trifft sich regelmäßig, um sich über verschiedene Themen wie Wirtschaft, Außenpolitik und vieles mehr abzustimmen. Von 1998 bis 2014 war auch Russland ein Teil der Runde. Als Putin 2014 jedoch die Krim annektierte und damit gegen das Völkerrecht verstoßen hat, wurde Russland wieder ausgeschlossen.
Kritik an G7
Das Format der G7 wird aber auch immer wieder heftig diskutiert. Kritikpunkte sind beispielsweise die finanziellen und ökologischen Kosten, denn das Großevent blockiert jedes Jahr tagelang ganze Regionen. Außerdem sind zahlreiche Sicherheitskräfte sowie Polizist*innen während des Gipfels im Einsatz. Der Aufwand des Gipfels stehe laut Kritiker*innen nicht im Verhältnis zu den Ergebnissen, die Kritiker*innen zudem als zu unverbindlich betrachten. Die finalen Abschlusserklärungen sind weder konkrete Gesetze, noch völkerrechtlich bindend.
Außerdem wird die Exklusivität des G7 Formats kritisiert. Die Länder der G7 erwirtschaften insgesamt etwa ein Drittel der globalen Wirtschaftsleistung, repräsentieren jedoch gerade einmal 11% der Weltbevölkerung. Viele meinen daher, das G7-Treffen stehe symbolisch für die ungerechten globalen Machtverhältnisse.
Außerdem werde beim Gipfel über Probleme beraten, die vor allem Länder aus dem globalen Süden betreffen würden, so die Kritik. In diesem Jahr waren auch einige Gastländer zum Gipfel eingeladen, die nicht zur „Gruppe der 7“ gehören, darunter Indien und Südafrika.
Bei G7 live dabei
In diesem Jahr war „jung genug“ live dabei, als in der Idylle der Voralpen Weltpolitik gemacht wurde! Nach stundenlangen Zugfahrten wurden wir von Polizist*innen vorbei an Kuhweiden und Almhütten zum Internationalen G7-Medienzentrum in Garmisch-Partenkirchen gelotst. Dort haben wir den ein oder die andere bekannte Journalist*in entdeckt und gespannt auf die vielen Bildschirme gestarrt, um einen Blick auf die Live-Bilder von den vielen Männern und wenigen Frauen im Anzug im Schloss Elmau zu erhaschen. Auch wenn wir dem US-Präsidenten nicht die Hand geschüttelt haben, konnten wir trotzdem viele Eindrücke sammeln und mit einigen Aktivist*innen und Journalist*innen sprechen.
Bereits im Vorfeld des Gipfels waren wir bei einigen der sogenannten „Engagement-Treffen“, die zur Vorbereitung des Treffens der sieben Staatschefs dienen. Unter anderem haben wir vom Women7, Business7, Youth 7 sowie Science7 berichtet, bei denen die Politik in den Dialog mit der Zivilgesellschaft treten soll.
Auf unserem Instagram-Kanal findet ihr zu jedem Engagement-Treffen sowie zu unserem Besuch auf der G7 jeweils ein Highlight, in denen wir unsere Eindrücke mit euch teilen.
Das war Thema bei #g7germany2022
Das Land, welches die Präsidentschaft übernimmt (in diesem Jahr also Deutschland), darf die Agenda der zu besprechenden Themen bestimmen. Getreu des diesjährigen Mottos „Fortschritt für eine gerechte Welt“ standen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie, Klima und Wirtschaft, aber auch der Krieg in der Ukraine im Vordergrund.
Folgende Ergebnisse haben die G7-Staatschefs beim Gipfel beschlossen:
- zusätzliche 4,5 Milliarden für Ernährungssicherheit
- Stärkung von Demokratien: „Förderung von bürgerschaftlichem Engagement und politischer Partizipation“
- Gründung eines Klimaclubs zur Erreichung des 1,5 Grad-Ziels bis Ende des Jahres
- (–> konkrete Vereinbarungen stehen noch aus)
- Mobilisierung von 600 Milliarden US-Dollar für Investitionen in Entwicklungsländern in den nächsten 5 Jahren
- 2,8 Milliarden US-Dollar für humanitäre Hilfe und 29,5 Milliarden US-Dollar für Budgethilfen sowie Hilfe beim Wiederaufbau der Ukraine
Unser Fazit: Ob die Ergebnisse des diesjährigen G7-Gipfels #junggenug sind, ist schwierig zu sagen. Eine gesonderte Arbeitssitzung zum Thema Jugend gab es jedenfalls nicht. Der G7-Gipfel ist ein unglaublich großes politisches Event, das vor allem stark von seiner Symbolkraft lebt. Und von den harmonischen Pressefotos sollte man sich nicht immer täuschen lassen, denn jedes Land trägt natürlich trotzdem seine eigenen Interessen in die Verhandlungen mit hinein.
Was haltet ihr vom Konzept der G7 und wie bewertet ihr die Ergebnisse des Gipfels?
Viele Grüße
Corinna & Linda
Quellen
https://www.g7germany.de/g7-de/aktuelles/g7-auftakt-1993594
https://www.g7germany.de/g7-de/g7-gipfel/g7-geschichte
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/g7-gipfel-elmau-kosten-gipfelbilanz-steuerzahler-101.html
https://www.g7germany.de/g7-de/g7-gipfel
https://www.g7germany.de/g7-de/g7-gipfel/g7-praesidentschaftsprogramm
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/klimaschutz/g7-gipfelergebnisse-2057838


