Seitdem der durch Russland angezettelte Krieg in der Ukraine begonnen hat, kommt wie bei jedem Krieg unter anderem die Frage auf:
Was machen wir mit den Menschen, die wegen des Krieges fliehen müssen?
Eins steht fest: Diesen Menschen muss geholfen werden. Und zwar schnell. Aktuell sind Millionen Ukrainer*innen auf der Flucht und suchen Schutz in den umliegenden Ländern. Auch in Deutschland wollen viele unterkommen. Alle Länder der EU haben sich dazu bereit erklärt, Menschen, die aus dem Kriegsgebiet kommen, aufzunehmen. Die innereuropäischen Grenzen stehen also offen. Dabei müssen ukrainische Geflüchtete, im Gegensatz zu Geflüchteten aus anderen Ländern, kein Asylverfahren durchlaufen. Ebenfalls aufgehoben ist für sie das sogenannte „Dublin-Verfahren“, laut dem Geflüchtete einen Schutzantrag im ersten EU-Land, das sie betreten haben, stellen müssen.
So viel Einstimmigkeit gab es lange nicht mehr in der europäischen Migrationspolitik. Dass die EU so schnell und unbürokratisch Geflüchtete aus der Ukraine aufnimmt, ist richtig und zeugt von europäischer Solidarität.
Aber warum geht das jetzt so schnell und unbürokratisch?
Wenn man an die „Flüchtlingskrise“ 2015 denkt, sah das noch ganz anders aus. Um einen aktuelleren Fall zu nennen, müssen wir nicht mal ein Jahr zurückdenken – die Situation in Afghanistan. Dort wurde sehr viel strikter gehandelt. Viele Geflüchtete aus Afghanistan warten weiterhin auf eine Einreiseerlaubnis nach Deutschland und in die EU.
Bezug nehmend auf die Frage stellte die Antirassismus-Beauftragte Reem Alabali-Radovan in einer Bundestagsrede klar, dass es keine Geflüchteten erster oder zweiter Klasse geben darf. Menschen, die sich auf der Flucht vor Krieg und Gewalt befinden, sollten gleichbehandelt werden.
Die Realität sieht jedoch anders aus
Das Narrativ der Weißen als „zivilisiert“ und europäisch geltenden Geflüchteten hält sich in der aktuellen Notlage hartnäckig. Schwarze und PoC, vor allem aus Drittstaaten, erfahren währenddessen auf ihrer Flucht Rassismus und bürokratische Hürden .
Der Auslöser der Flucht aus der Ukraine ist aber derselbe: Krieg, Vertreibung und Missachtung der Menschenrechte. Der einzige Unterschied ist die geografische Nähe des Krieges zur EU. Hinzu kommen Faktoren wie „Race“, Herkunft und Religion, die eine wesentliche Rolle spielen.
Fazit:
Eins ist klar: Die EU und Deutschland als Teil der EU basieren auf Werten wie der Achtung der Menschenwürde, Menschenrechten, Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und vor allem Gleichheit. Deshalb sollte sich Europa solidarisch mit ALLEN Menschen zeigen, die Schutz vor Krieg und Vertreibung suchen.
Was denkt ihr dazu?
Lieben Gruß
Corinna und Leah
Quellen:
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/ukraine-fluechtlinge-aufnahme-deutschland-101.html
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/gefluechtete-aufnahme-101.html
https://www.dw.com/de/kehrtwende-in-der-eu-fl%C3%BCchtlingspolitik/a-61018841
https://taz.de/Europas-Fluechtlingspolitik/!5835227/
https://www.instagram.com/p/CbXhSIejT8b/
https://www.sueddeutsche.de/politik/asylpolitik-afghanistan-fluechtlinge-1.5535510


