„Nur noch 5 Minuten, dann fang ich aber wirklich an“ – ein Gedanke, den wohl jede*r von uns kennt. Ob für die nächste Mathearbeit, den nächsten Vokabeltest oder für die Abschlussprüfung am nächsten Tag gelernt werden muss: Die Unterlagen liegen schon bereit, aber das Handy ist einfach viel spannender… Jedes „Ping“ könnte ja wichtig sein. Und meistens bleibt es nicht dabei, dass nur mal schnell auf den Bildschirm geschaut wird, sondern es wird auch noch einmal kurz Instagram geöffnet und die neuesten Nachrichten und Reels gecheckt. Schnell vergehen 15 Minuten, bis wirklich angefangen wird.
Stimmt es also, dass „Die Jugend“ zu viel Zeit am Handy verbringt? Wie nutzen junge Menschen Soziale Medien? Einige interessante Studien geben darüber genauer Auskunft.
Wie lange sind junge Menschen am Tag online?
Die Studie „Jugend, Information, Medien“ (JIM-Studie) untersucht zum Beispiel seit über zwei Jahrzehnten jährlich das Mediennutzungsverhalten von 12- bis 19-Jährigen. Auch Ende 2021 veröffentlichte der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest seine Ergebnisse. Laut der JIM-Studie 2021 sind Menschen zwischen 12 und 19 Jahren jeden Tag durchschnittlich 241 Minuten online. Das sind gute vier Stunden! Laut der Statistik zur Mediennutzung von Jugendlichen, die von Bernhard Weidenbach auf Statista veröffentlicht wurde, werden etwa 27 % der Zeit zur Kommunikation verwendet.
Die wöchentliche Nutzungszeit ist laut der JIM-Studie in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen. Im Vergleich zum Jahr 2011 insgesamt um 107 Minuten. Die höchste wöchentliche Nutzungszeit in den letzten zehn Jahren wurde jedoch im Jahr 2020 erkannt. Hier lag der Durchschnitt der selbst eingeschätzten wöchentlichen Nutzungszeit der Befragten der JIM-Studie bei 258 Minuten.
Instagram oder TikTok?
Laut der JIM-Studie 2021 ist WhatsApp eindeutig die wichtigste App unter jungen Menschen und wird von 92 % mindestens mehrmals in der Woche genutzt. Instagram ist die am häufigsten genutzte Social-Media-Plattform und wird von 58 % der Befragten regelmäßig genutzt. Die Nutzungszeit und die Beliebtheit haben jedoch im Vergleich zum Vorjahr stark abgenommen. TikTok erlebte dafür im letzten Jahr einen Höhenflug: Im Jahr 2021 nutzten knappe 46 % der Befragten die Video-Plattform, während es im Jahr 2020 noch 33 % waren. Damit überholte TikTok 2021 sogar Snapchat.
Zu viel ist auch nicht gut.
In den aktuellen Studien wird aber auch das Risiko deutlich, dem junge Menschen ausgesetzt sind, wenn sie zu viel Zeit an ihrem Handy verbringen.
Laut der JIM-Studie 2021 verbringen knapp drei Viertel der jungen Menschen mehr Zeit am Handy, als sie geplant hatten. In einer Eltern-Kind-Befragung, die vom Herbst 2019 bis Herbst 2020 von der forsa Politik- und Sozialforschung GmbH durchgeführt wurde, gaben circa 21 % der Befragten zwischen 10 und 19 Jahren an, Soziale Medien oft heimlich zu nutzen. Etwa 18 % gaben an, regelmäßig kein Interesse an Hobbies oder anderen Beschäftigungen zu haben, da sie lieber auf den Social-Media-Plattformen unterwegs sind. Weitere 17 % waren unglücklich, wenn sie keine Sozialen Medien nutzen konnten. Gleichzeitig fand die JIM-Studie 2021 aber auch heraus, dass 22 % der Befragten mit den vielen Möglichkeiten von Sozialen Medien überfordert waren.
Wichtigste Nachrichtenquelle immer noch das Fernsehen!
Obwohl die meisten unserer Leser*innen sich natürlich über die neusten Nachrichten auf unserem Instagram-Kanal @jung_genug informieren, wird das Fernsehen unter den Befragten der JIM-Studie 2021 von 32 % als wichtigste Nachrichtenquelle genannt. Auch das Radio und das Internet allgemein werden von jeweils über 20 % der jungen Menschen genutzt, um sich zu informieren. Vor allem unter den 16- bis 19-Jährigen sind die Tagesthemen/Tagesschau eine wichtige Möglichkeit, um an die neusten Nachrichten zu gelangen. Instagram wird von 12 % der Befragten als wichtige Nachrichtenquelle genutzt.
Jetzt kommt auch noch der Datenschutz
Schnell wird das neue Foto der Familie oder das Selfie der letzten Partynacht gepostet. Doch auch in den Sozialen Medien gilt er: der Datenschutz. Dazu zählt z. B. auch das „Recht am eigenen Bild“. Doch nur ein Drittel der Befragten ist für Datenschutzfragen sensibilisiert und äußert auch eigene Sicherheitsbedenken bei der Nutzung von Apps, so das Ergebnis der JIM-Studie 2021.
Findest Du dich in den Zahlen wieder? Oder fühlst Du dich vielleicht sogar ertappt? Dann fällt Dir das Lernen jetzt hoffentlich etwas leichter 😉
Viele Grüße
Marwin
Quellen
https://de.statista.com/themen/2662/mediennutzung-von-jugendlichen/#dossierKeyfigures (letzter Aufruf: 06.10.2022)
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest. JIM-Studie 2021
https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/JIM/2021/JIM-Studie_2021_barrierefrei.pdf (letzter Aufruf: 06.10.2022)
forsa. Nutzung digitaler Medien im Kindes- und Jugendalter 2021
https://www.dak.de/dak/download/forsa-ergebnisse-2508250.pdf (letzter Aufruf: 06.10.2022)


