Bereits im August habe ich mich mit dem Thema „Wählen ab 16“ befasst und muss ehrlich zugeben: Es ist eins meiner Lieblingsthemen geworden. Allerdings verstehe ich immer noch nicht, warum es noch keine Bundestagswahlaltersenkung gibt. Parteien wie die SPD, FDP, Die Grünen und Die Linke sind zwar für ein Wahlrecht ab 16, doch die benötigte 2/3 Mehrheit für eine Grundgesetzänderung kam aufgrund des Widerstandes der CDU/CSU bis jetzt trotzdem nicht zustande… UND DAS, obwohl die 40-59 jährigen, mit 28,11%, einen Großteil der Bevölkerung ausmachen. Zum Vergleich: Die Bevölkerung besteht dagegen nur zu 2,73% aus 15-17jährgen (Stand: 2020). Die Entscheidungsgewalt liegt also größtenteils bei den Älteren.
Altersstruktur der Wahlberechtigten bei den Bundestagswahlen 2013, 2017 und 2021

Ich mein‘, was spricht gegen das Wahlalter 16? Kritiker:innen der Wahlaltersenkung zweifeln an der notwendigen Reife von Jugendlichen mit 16 für das Wählen. Doch wer sagt, dass das politische Wissen und Interesse einer Person sowie ihr Verantwortungsbewusstsein, um eine Wahlentscheidung treffen zu können, mit dem Alter zusammenhängt und Jugendliche nicht reif genug sind?
Jugendliche unter 18 haben in den letzten Jahren ausreichend Reife bewiesen, um auch ohne Wahlrecht politischen aktiv zu sein und Einfluss zu nehmen. „Fridays for Future“ ist dafür das beste Beispiel. Ich glaube daher, Jugendliche sind nicht nur reif genug, sondern sogar jung genug, um eine verantwortungsbewusste Wahlentscheidung treffen zu können. Wählen ab 16 sorgt für ein echtes Mitspracherecht und fördert das politische Interesse.
So lange erst ab 18 gewählt werden darf, empfehle ich euch die U-18 Wahlen. Diese finden 9 Tage vor dem offiziellen Wahltermin statt. Dort können Jugendliche ihre Stimme zu einer Partei abgeben und lernen so wie es sich anfühlt in einem Wahllokal (diese sind dann meist außerschulisch) wählen zu gehen.
Nun sind die U18- und auch die Bundestagswahl(en) rum, doch wie haben die Jugendlichen entschieden?
U18 Bundestagswahl-Ergebnis 2021:

Was sagt uns das? Bei der Bundestagswahl waren die stärksten Parteien die SPD und die CDU. Bei den U18 Wahlen ist besonders auffällig, dass die Grünen und die FDP besser abschnitten.
Das Wahlalter 18 ist schon lange nicht mehr zeitgemäß. Gerade die Wahlen haben doch nachgewiesen: Jugendliche würden anders entscheiden. Auch wenn Gegner:innen argumentieren, dass das Wahlalter an die Volljährigkeit geknüpft sei, finde ich, dass das Wahlalter 16 ein Segen für die politische Teilhabe wäre.
Liebe Grüße, Marwin (:
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