4-Tage-Woche: Studie zeigt Erfolg

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Frau zeigt auf einen Kalender

Schon lange ist die Diskussion um die Vier-Tage-Woche präsent. Für dasselbe Gehalt einen Tag weniger arbeiten, das klingt für die meisten sehr attraktiv. Mehr Zeit für Familie, Freunde oder Hobbys. Doch was haben Arbeitgeber:innen davon?

In Großbritannien ist diese Utopie für manche schon Realität geworden: In einem sechsmonatigen Pilotprojekt an der Universität von Cambridge wurde das Konzept an über 60 Firmen aus verschiedenen Bereichen getestet. Der Versuch hat gezeigt, dass die Vier-Tage-Woche tatsächlich funktionieren könnte. Die Arbeitszeit wurde effizienter genutzt: Es gab weniger Meetings; teilweise wurden diese sogar komplett gestrichen. So konnten sich die Arbeitnehmer:innen besser auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren.

Der Versuch zeigt Erfolg

Von den 2.900 Beschäftigten, die an dem Experiment beteiligt waren, fühlten sich fast 40 Prozent weniger gestresst. Zudem gab es 65 Prozent weniger Krankmeldungen und das bei gleichbleibender bzw. sogar leicht gestiegener Produktivität – quasi Win-Win für Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen. Außerdem berichteten 60 Prozent der Beschäftigten, dass sie Care-Arbeit und soziale Verpflichtungen besser im Alltag unterbringen konnten.

Eine gute Work-Life-Balance ist gerade auch jungen Menschen besonders wichtig. Laut der Shell-Jugendstudie von 2019 legen 85 Prozent der 12- bis 25-Jährigen Wert darauf, ausreichend Freizeit neben dem Job zu haben.

Vorteile und Kritik

Vorteile sind einerseits die bessere Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf. Andererseits könnte das Konzept auch ein geeignetes Mittel gegen den akuten Fachkräftemangel sein. In dem Pilotprojekt in Großbritannien stieg zudem der Umsatz um rund 1,4 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres. Ein klarer Gewinn für die Arbeitgeber:innen.

Von den 61 Unternehmen, die an dem Versuch in Großbritannien teilgenommen haben, wollen 56 die verkürzte Arbeitszeit beibehalten. 18 Firmen haben die Vier-Tage-Woche nach dem Experiment bereits dauerhaft eingeführt.

Es gibt aber auch Kritik an dem Vier-Tage-Modell: Die gleiche Arbeit in weniger Zeit zu leisten, kann genauso gut zu noch mehr Druck und Stress führen. Um das zu verhindern, bräuchte es sehr flexible Arbeitsmodelle.

Wie könnten solche Modelle aussehen? Und sollte es die Vier-Tage-Woche bald auch in ganz Deutschland geben? Schreib uns deine Meinung dazu.

Viele Grüße
Corinna

Quellen:

https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/viert-tage-woche-pilotprojekt-100.html (Abgerufen am 02.06.2023)

https://www.shell.de/about-us/initiatives/shell-youth-study/_jcr_content/root/main/containersection-0/simple/simple/call_to_action/links/item0.stream/1642665739154/4a002dff58a7a9540cb9e83ee0a37a0ed8a0fd55/shell-youth-study-summary-2019-de.pdf (Abgerufen am 02.06.2023)

https://www.cam.ac.uk/stories/fourdayweek (Abgerufen am 02.06.2023)

https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/vier-tage-woche-42-stunden-woche-arbeitszeiten-modelle-100.html (Abgerufen am 02.06.2023)

28 Jahre alt

Hi, ich bin Corinna. Während meiner Zeit bei jung genug habe ich viel über feministische und gesellschaftskritische Themen berichtet. Am liebsten recherchiere ich konstruktive Ideen zu Problemen, die unlösbar scheinen.

Corinna Koch / ehem. Redaktionsmitglied

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