Wöchentlicher oder gar täglicher Pornokonsum ist für viele Menschen etwas Alltägliches und Normales. Wieso aber genau das fatale Folgen mit sich bringen kann, erfährst du in diesem Blog.
Zahlen & Fakten
Der Paragraph 184 im Strafgesetzbuch (StGB) verbietet es, pornografische Inhalte an Personen unter 18 Jahren zugänglich zu machen. Bei Verstoß droht eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. So die Theorie, die Realität ist eine andere: Der erste Kontakt mit pornografischen Inhalten findet meist zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr statt und auch eine Befragung von 3000 Kindern und Jugendlichen zeigt: Mehr als jeder dritte Minderjährige hat bereits einen Porno gesehen. Vor allem bei so einem jungen Alter kann das fatale Folgen haben: falsche Körperideale und dadurch mangelndes Selbstbewusstsein, Verankerung stereotypischer Rollenbilder oder Desinteresse an echtem Sex.
Schätzungen zufolge leiden heute etwa eine halbe Million Menschen an einer Pornosucht – Tendenz steigend. Dazu aber gleich mehr.
Achtung, absurd: 20 Prozent der Männer geben zu, sich auf der Arbeit Pornos anzuschauen. Das ist nicht nur unangemessen, sondern auch grenzüberschreitend. Wusstest du außerdem, dass Deutschland Weltmeister im Pornoschauen ist? Mit 12,4% Porno-Traffic im Internet liegen wir noch vor Spanien und Großbritannien.
Wenn Pornos zur Sucht werden
Wie viel hast du in der Schule über Pornokonsum gelernt? Vermutlich relativ wenig, bis gar nichts. Das ist besorgniserregend, denn Studien sind sich einig: Aktiver und regelmäßiger Pornokonsum schadet dem Gehirn und kann fatale Folgen auf dein reales Leben mit sich bringen.
Ist Pornosucht überhaupt eine richtige Diagnose? Ja, das ist sie! Seit 2019 ist Pornosucht offiziell von der WHO als psychische Erkrankung anerkannt worden.
Folgende 6 Anzeichen können auf eine Sucht hinweisen:
- Betroffene haben immer wieder starkes Verlangen, z.B. auch auf der Arbeit
- Sie erleiden einen Kontrollverlust und andere Dinge wie das Sozialleben oder To-Do‘s werden durch den Pornokonsum vernachlässigt
- Es kann nicht mehr auf Pornos verzichtet werden, obwohl bewusst ist, dass diese einem schaden
- Toleranzbildung: Betroffene brauchen immer mehr und härtere Pornofilme, um zum Orgasmus zu kommen
- Entzugserscheinungen wie Aggressivität und Nervosität, wenn länger kein pornografisches Material konsumiert wurde
- Süchtige verlieren oft das Interesse an allen anderen sozialen Beschäftigungen.
Jedes Anzeichen ist ein Alarmsignal, ab 3 kann man in der Regel von einer Sucht ausgehen.
„Es besteht kein Zweifel, dass Pornos die Art und Weise beeinflussen, wie wir Sex sehen“ ~Professor de Win
Unser Appell
Das Ziel dieses Blogs ist keinesfalls dir ein schlechtes Gewissen zu machen oder Pornos schlecht zu reden. Vielmehr bieten wir die Aufklärung, die oft in der Schule fehlt. Ja, aktiver und regelmäßiger Pornokonsum wird Einfluss auf dein Gehirn haben. Klar ist aber auch:
Nicht alles, was in Pornos gezeigt wird, gibt es so nicht auch in der Realität.
Pornos können für einige (vor allem junge) Menschen hilfreich sein und als „Tutorial“, wie Dinge funktionieren, dienen. Du solltest aber in jedem Fall das Gesehene reflektieren und immer bedenken: Sex ist Kommunikationssache und Intimität besteht aus mehr als Penetration. Außerdem gilt wie immer: Die Dosis macht das Gift.
Quellen:
https://www.netzsieger.de/ratgeber/internet-pornografie-statistiken
https://www.quarks.de/gesundheit/pornosucht-internet-sexsucht-pornografie-psychologie


