Unsere Welt ordnet sich neu

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Bild von der urkainischen Landkarte in Blau Gelb

Am 24.02. jährte sich der russische Angriffskrieg zum ersten Mal. Ein grausamer Tag in der europäischen Geschichte. Aber vor allem für die Ukraine. Von heute auf morgen marschierten russische Truppen in die Ukraine ein. Aus dem damaligen Plan des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die Ukraine in 3 Tagen zu besetzen und zu „entnazifizieren“, entwickelte sich schnell ein großer Abnutzungskrieg, dessen Ende leider immer noch nicht in Sicht ist.

Bereits 3 Tage nach Kriegsbeginn trat unser Bundeskanzler Olaf Scholz vor das Rednerpult und sprach von einer „Zeitenwende“. Kriege gibt es schon immer weltweit. Doch vor einem Krieg in Europa waren wir lange Zeit verschont. Scholz nahm die Lage sehr ernst und brachte ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr auf den Weg. Dafür gab es – bis auf von der Fraktion der Linken – Zustimmung von allen Parteien. Ein historischer Tag in der deutschen Geschichte.

Zusammenhalt

Die russische Invasion löste eine enorme Fluchtbewegung aus. Millionen Ukrainer*Innen mussten ihr altes Leben hinter sich lassen und flohen sowohl innerhalb der Ukraine in sicherere Regionen als auch ins Ausland. Insbesondere die Nachbarstaaten Polen oder Rumänien, aber auch Deutschland und weitere EU-Staaten waren Zufluchtsorte, die Ukrainer*innen angestrebten. Mir sind noch die Bilder im Kopf von traumatisierten Menschen mit wenig Gepäck in überfüllten Zügen und der Hoffnung auf Unterkunft in den Nachbarländern.

Schnell wurde klar: Diese Menschen brauchen Hilfe, Unterkünfte, Nahrung, Sicherheit – Alles Dinge, die für viele von uns selbstverständlich sind. Es organisierten sich Gruppen von freiwilligen Helfer*innen und machten das Unmögliche möglich. Richteten Plattformen ein, die Unterkünfte vermittelten, organisierten Sammelstellen für Spenden, um diese an der Grenzregion zu verteilen. Ich spürte damals einen länderübergreifenden Zusammenhalt, den ich so noch nicht erlebt habe.

Auch politisch waren sich die westlichen Länder einig: Die Ukraine muss unterstützt werden. Es folgten Sanktionen, staatliche Hilfspakete und Druck mit der Hoffnung, den Krieg schnell zu beenden. Doch von einem Ende ist nichts zu sehen. Aus Angst, selbst zur Kriegspartei zu werden, zögerte Deutschland lange mit der Lieferung von schweren Waffen. Seitdem Berlin auch schweres Gerät wie Panzer in die Ukraine schickt, gehört Deutschland nach den USA und dem Vereinigten Königreich zu den größten militärischen Unterstützern der Ukraine.

Kaum vorstellbare Brutalität

Bereits kurz nach der Invasion von Russland in die Ukraine wurde Butscha zum Synonym der Brutalität in diesem Krieg. Während der Schlacht um Kyjiw im Frühjahr 2022 wurden in dem Vorort Butscha eine Reihe an Kriegsverbrechen durch Angehörige der russischen Kriegspartei an der ukrainischen Zivilbevölkerung begangen. Viele Tote ließen erkennen, dass sie gefoltert, erschossen oder geschlagen wurden. Die Bilder der Leichen in den Straßen gingen um die Welt. Zurückeroberte Städte sind reine Trümmerwüsten, die Jahre brauchen werden, bis dort wieder Leben möglich ist. In Butscha hat der Wiederaufbau aber schon begonnen.

Es wird teuer

Auch hier in Deutschland spüren wir die Auswirkungen des Krieges. Um es Russland möglichst schwer zu machen, stimmten die Staats- und Regierungschefs der EU Strafmaßnahmen gegen Russland in den Bereichen Energie, Finanzen und Transport zu, welche zu einer Energie- und Lebensmittelkrise führten, dies wirkte sich wiederum auf die Preise aus. Das Leben in Deutschland wurde plötzlich deutlich teuer und die Armut vieler Menschen nimmt immer mehr zu. Themen wie „Strompreisbremse“ und „Heizkostenzuschuss“ kamen auf dem Tisch.

Rede zur Lager der Nation

„Wie geht es weiter?“ – Diese Frage stellen sich momentan sehr viele. Nun jährte sich am 24.02. dieser Krieg zum ersten Mal. In der Rede von Wladimir Putin zur Lage der Nation weist er die Schuld am Krieg ab und gibt sie dem Westen. Russland habe alles getan, um die Lage friedlich zu klären, aber der Westen sei daran nicht interessiert gewesen, so Putin. Als Begründung führt er Waffenlieferungen und eine Ausbreitung der NATO an. Weiter kündigte Putin die Aussetzung des letzten großen atomaren Abrüstungsvertrages mit den USA an.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hingegen würdigt zum Jahrestag des russischen Angriffskriegs den Widerstand seiner Landsleute und zeigt sich siegessicher.
„Es war ein Jahr des Schmerzes, der Sorgen, des Glaubens und der Einheit“, schrieb Selenskyj am 24.02. auf Twitter. „Nicht fliehen, sondern sich stellen. Widerstand und Kampf“, heißt es weiter. „Wir wissen, dass 2023 das Jahr unseres Sieges sein wird.“

Wie es weiter geht, ist schwer zu sagen. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Euer Linus

Quellen:

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/russland-putin-rede-an-nation-101.html (Abgerufen am 23.02.2023)

https://www.tagesschau.de/ausland/jahrestag-ukraine-krieg-selenskyj-101.html (Abgerufen am 28.02.2023)

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/waffenhilfe-deutschland-ukraine-101.html (Abgerufen am 28.02.2023)

https://www.bpb.de/themen/europa/ukraine-analysen/nr-269/508981/analyse-flucht-in-und-aus-der-ukraine/ (Abgerufen am 28.02.2023)

26 Jahre alt, Inklusionsaktivist

Moin, ich bin Linus. Schon seit einigen Jahren bin ich in unterschiedlichen Projekten aktiv und vertrete dort meine politische Meinung zu verschiedensten Themen. Der Schwerpunkt liegt hierbei aber oft bei Themen rund um das große Thema „Behinderung“, was ich durch meine eigene Ausgangslage mitbringe. Von Geburt an lebe ich nämlich selber mit einer körperlichen Einschränkung.

Linus / ehem. Redaktionsmitglied

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