Der Youth7 (Y7) ist das jugendpolitische Format zur Begleitung des G7-Prozesses und eines der sieben Engagement-Treffen im Rahmen des diesjährigen Vorsitzes Deutschlands beim G7-Gipfel.
Der Y7 fand vom 16. bis 20. Mai im E-Werk in Berlin statt. Dabei kamen je vier Jugenddelegierte zwischen 18 und 30 Jahren aus zwölf Ländern zusammen und erstellten ein Kommuniqué mit ihren Empfehlungen und Forderungen für den G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs, der vom 26. bis 28. Juni auf Schloss Elmau in den bayrischen Alpen stattfand. Neben Teilnehmer:innen aus den Ländern der G7 waren auch Delegierte aus dem Senegal, Indonesien, Indien, Südafrika und der Ukraine zu Gast!
Die Delegierten organisierten sich in vier Arbeitsgruppen, sogenannten Tracks, die sich mit den folgenden Schwerpunkten befassten:
x Nachhaltiger & Grüner Planet
x Wirtschaftliche Transformation und gemeinsamer Fortschritt
x Neugestaltung der Demokratie
x Globale Gesundheit & Solidarität
Aus den Ergebnissen der Tracks wurde das Youth7 Kommuniqué erstellt. Die Ergebnisse stellen wir euch am Ende des Blogbeitrags vor.
Live dabei!
Ich war an drei Tagen vor Ort und konnte eine Menge Eindrücke und neue Kontakte sammeln sowie viel Material für unseren Instagram-Kanal produzieren. Mit tatkräftiger Unterstützung von unserer Mediengestalterin Ronja Polzin und unserem Coach Fiete Aleksander hatte ich die Chance, mit diversen Menschen Interviews zu führen. Dazu gehörte das Orga-Team des Y7, Mitarbeiter:innen aus dem Jugendministerium und natürlich Jugenddelegierte aus aller Welt. Da ist einiges zusammengekommen, sag ich euch. Schaut gerne auf @jung_genug vorbei. In unseren Highlights findet ihr auch eines mit all unseren Stories zum Youth7!


Jugendministerin Lisa Paus im High Level Exchange
Neben den Arbeitsgruppen der Jugenddelegierten und ihrer gemeinsamen Reise durch die Hauptstadt – inklusive Besichtigung des Bundestags – gab es auch hohen Besuch!
Die neue Jugendministerin Lisa Paus war zu einem High Level Exchange vor Ort, bei dem sie ihre Gedanken zum G7-Prozess äußerte und Fragen der Delegierten beantwortete.
„G7 alleine wird es nicht schaffen. Beteiligung muss national anfangen“, sagte sie in ihrer Ansprache. In diesem Sinne begrüßte sie die Engagement-Treffen im Rahmen der Vorbereitungen für den G7-Gipfel und die Beteiligung der unterschiedlichen Vertreter:innen der Zivilgesellschaft, wie die Jugenddelegierten.
Auch das Thema Corona sprach sie an: „Corona war für uns alle eine besondere Herausforderung“. Insbesondere müsse der Blick auf zunehmende Gewalt gegen Frauen gerichtet werden. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, Gewalt gegen Frauen zu senken und fordert unter anderem mehr Frauenhäuser, um Betroffene mit bedrohlichen häuslichen Umständen schneller entlasten zu können.
„Ich setze auf Sie!“ – der Bundeskanzler spricht zur „Jugend“
Zum Abschluss des Y7 war auch der Bundeskanzler Olaf Scholz dabei, um das Kommuniqué des Youth7-Prozesses entgegenzunehmen. In seiner Rede verwies Scholz auf den demographischen Wandel weltweit: „Es wird eine Welt voller junger Leute.“ In diesem Sinne appellierte er an eine faire und ordentliche Beschäftigung junger Menschen. Die Herausforderungen des menschengemachten Klimawandels hat er adressiert, aber auch der Angriffskrieg Russlands in der Ukraine war ein wichtiges Thema. „Dieser Krieg muss sofort aufhören“, forderte Scholz vor der ukrainischen Delegation. Mit Blick auf die Herausforderungen der Zukunft nahm er sowohl die Jugenddelegierten als auch die Gesamtheit junger Menschen in die Pflicht: „Ich setze auf Sie!“
Die Forderungen der „Jugend“ – das Y7-Kommuniqué
Das vom Bundeskanzler entgegengenommene Kommuniqué fasst die Ergebnisse der fünf Tracks des Youth7-Gipfels zusammen:
Der Track Nachhaltiger & grüner Planet unterstützt die Gründung eines Klima-Clubs. Dieser strebt eine gerechte Energiewende an und legt die Preisuntergrenze für Kohlenstoff so fest, dass das 1,5 Grad-Ziel erreicht wird.
Im Punkt Wirtschaftliche Transformation für gemeinsamen Fortschritt sollen vor allem Partnerschaften zwischen Bildungs- und Wirtschaftseinrichtungen, Start-ups und Sozialunternehmen entwickelt und gefördert werden. Zudem soll jungen Menschen ein breiterer Zugang zu bezahlten Praktika ermöglicht werden.
Resilienz von Demokratien bedeutet für den Y7: Es sollen sogenannte Task Forces eingerichtet werden, welche die Beteiligung der Bevölkerung an der Politikgestaltung erhöhen. Auch sollen die Regierungen der G7 Zugänglichkeiten digitaler und physischer Räume der Beteiligung finanzieren und Partizipation wirtschaftlich unterstützten, sodass Beratungsprozesse inklusiver sind.
Im Track Globale Gesundheit und Solidarität geht es vor allem darum, die Bereitstellung von Unterstützungsdiensten zu verbessern, um die zunehmenden Herausforderungen für die psychische Gesundheit zu bewältigen, welche sich aus der Covid-19 Pandemie ergeben.
Im letzten Track Jugend, Frieden und Sicherheit werden konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Youth, Peace and Security (Jugend, Frieden und Sicherheit) Agenda der UN gefordert. Der Fokus soll auf jungen Menschen liegen, als Reaktion auf jeden Konflikt und Krieg, einschließlich der Ukraine.
Mein Fazit
Es waren sehr spannende drei Tage , an denen ich eine Menge an Erfahrung mitnehmen konnte – sowohl als Redakteur für jung genug als auch persönlich. Wir als Redaktion konnten mit Jugenddelegierten und ministeriellen Mitarbeitenden neue Kontakte knüpfen, mit Menschen aus aller Welt ins Gespräch kommen und dadurch neue Ansichtsweisen kennenlernen. Und wann hat man schon mal das Glück, dass der Bundeskanzler zwei Meter neben einem vorbei läuft?
Die großartige Atmosphäre, der Austausch zwischen den Jugenddelegierten und die diverse Besetzung der Teilnehmenden haben mich nachhaltig beeindruckt.
Euer Marwin
Quellen:
IJAB: https://ijab.de/projekte/y7germany2022 (letzter Abruf: 21.06.2022)
Youth7 Kommuniqué: https://y7germany.org/fileadmin/redaktion/PDFs/Y7/Youth7_Communique_2022_-_final.pdf (letzter Abruf: 21.06.2022)


