Warum ist Rechtspopulismus gefährlich?

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Warum ist Rechtspopulismus gefährlich?

„Das ist so rechtspopulistisch“ – seid ihr in letzter Zeit in den Nachrichten auch öfters über solche Sätze gestoßen? Aber was ist das eigentlich genau und warum kann Rechtspopulismus gefährlich sein?

Es gibt keine einheitliche Definition von Rechtspopulismus, weil die Organisationen von Land zu Land total unterschiedlich sind.

Populismus ist vor allem eine soziale und politische Kommunikationsstrategie, um Macht zu gewinnen. Man kann diese Strategie nicht ausschließlich dem rechten Spektrum zuordnen. Was aber immer auftaucht: der starke Bezug auf „das Volk“, wobei so getan wird, als ob es sich dabei immer um eine einheitliche Gruppe handelt, ohne unterschiedliche Interessen.

Auch oft dabei: Ein/e charismatische:r Anführer:in, der/die nicht aus dem politischen Establishment kommt und sich gegen die amtierenden Eliten wendet – oder zumindest so inszeniert.

Was sind typische Stilmittel von Rechtspopulismus?

  • Vorliebe für radikale Lösungen: Populist:innen bevorzugen drastische, umfassende Maßnahmen, die schnelle Ergebnisse liefern sollen. Zudem gilt für Populist:innen die Fähigkeit zum Kompromiss als Schwäche. Sie sehen Kompromisse als Verrat an ihren Prinzipien und an den Erwartungen ihrer Anhänger:innen. Diese Haltung kann dazu führen, dass sie nur schwer in kooperativen politischen Prozessen arbeiten können, wo Kompromisse und Verhandlungen notwendig sind.
  • Verschwörungstheorien und Denken in Feindbildern: Das populistische Bild der Gesellschaft entspricht einer klaren Frontstellung – auf der einen Seite das Volk und seine Fürsprecher:innen, auf der anderen Seite der innere und äußere Feind.
  • Emotionalisierung und Angstmache: Die Sprache, die Populist:innen verwenden, ist oft emotional aufgeladen und bewusst provokativ. Durch eine gezielte Wortwahl und bestimmte sprachliche Mittel schaffen sie es, starke Emotionen wie Angst, Wut oder Empörung zu wecken und zu verstärken. Die durch die populistische Rhetorik geschürten Emotionen entladen sich oft aggressiv gegen den identifizierten Feind. Diese Feindbilder dienen dazu, eine klare Abgrenzung zwischen „uns“ und „denen“ zu schaffen und die eigene Gruppe zu mobilisieren.
  • Polarisieren und Moralisieren: Statt Gemeinsamkeiten herauszustellen und ein gesellschaftliches Miteinander zu fördern, wird ganz gezielt versucht, die Gesellschaft zu spalten – besonders durch die Ausgrenzung bestimmter Minderheiten.
  • Hass auf Medien – die „Lügenpresse“: Es liegt auf der Hand: Die Medien gelten als besonderes Feindbild bei Rechtspopulist:innen, da sie kritisch über sie berichten und aufklären. Außerdem gehört es zur Strategie der Rechtspopulist:innen, einen Kampf um die Sprache zu führen
  • Die EU als Feindbild: Einige rechtspopulistische Parteien haben sich ausdrücklich mit dem Ziel gegründet, die Europäische Union abzulehnen und zu bekämpfen. Diese Parteien sehen die EU als Bedrohung für die nationale Souveränität und die Interessen ihrer Länder. Rechtspopulistische Parteien werfen den Regierungen der europäischen Nationalstaaten vor, nationale Interessen zugunsten der EU geopfert zu haben. Sie behaupten, dass die Regierungen ihre Verantwortung gegenüber ihren eigenen Bürgern vernachlässigt und stattdessen eine „volksfeindliche“ EU unterstützt hätten.

Die besondere Gefahr bei Rechtspopulismus?

Durch die extreme Vereinfachung, die Schwarz-Weiß-Malerei und das Denken in Gegensätzen kann der Populismus die politische Debatte so polarisieren, dass der notwendige Meinungsaustausch innerhalb der Demokratie nicht mehr möglich ist. Damit verliert die demokratische Debatte die Pluralität ihrer Stimmen.

Quellen:

Rechtspopulismus: Erscheinungsformen, Ursachen und Gegenstrategien | Rechtspopulismus | bpb.de

Rechtspopulismus: Wie er funktioniert – Gesellschaft – Planet Wissen (planet-wissen.de)

Merkmale des Populismus Gefahr für die Demokratie? (lpb-bw.de)

26 Jahre alt, Studentin

Hi, ich bin Clara! Ich wohne aktuell in Mainz und studiere Publizistik und Politikwissenschaften. Meine Herzensangelegenheiten sind gesellschaftskritische, feministische und queere Themen – alles, was unser Zusammenleben bestimmt. Ich freue mich als Teil der jung genug Redaktion die Perspektive von jungen Menschen auf Politik darzustellen.

Clara / ehem. Redaktionsmitglied "jung genug"

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